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indonesia
2002 (prinzentische)
Der Workshop am ISI Art Institute, Yogyakarta, fand im Feb./März
2002 anlässlich eines Kulturaustauschprogrammes zwischen
Liechtenstein und Indonesien statt. Die Ausstellung im Taman
Budaya dauerte vom 1. 5. März. Mit 7 Studenten
wurden das Grundkonzept und die bisher realisierten Projekte
und Aktionen von www.DerPrinz.li erläutert und diskutiert.
Im Anschluss daran realisierte die Gruppe 8 Tischinstallationen
für die Ausstellung. Das Thema: Ich selbst als Projektionsfigur,
als Prinz bzw. Prinzessin, der Tisch als dazugehörige
Projektionsfläche. Der Austellungsort: Ein Kulturhaus
auf dem Gelände der Benteng Vredeburg, einer Anlage der
kolonialen Macht und Ausbeutung, welche heute u.a. als Museum
und Austellungsort gebraucht wird.
Arya Pandjalu schuf einen
3 - dimensionalen Comic mit Kriegsspielzeug, ein japanisches
Comicmonster als Kriegstreiber erklärt. "Ich bin
der wirkliche Prinz". Alexander Nawangseto schliesst
sein Prinzenherz in einen Vogelkäfig, vor welchem kleine
Vasen mit künstlichen Blumen auf kleinen Erdhügeln
stehen. Nur die einen Blumen, die am weitesten entfernten,
stecken direkt in der Erde. Dani Agus Yuniarto zeigt das Prinzendasein
als Endlosschleife mit Spielkarten. Die Joker stehen in den
4 Ecken und kehren dem Treiben den Rücken zu. Wildan
Antares setzt sein Prinzenselbstbildnis zwischen eine Bibel
und einen Koran, zeichnet eine Linie der Freiheiten und Zwänge,
welche in den beleuchteten Kreis mit dem Wort "amen"
mündet. Lenny Ratnasari inszeniert sich als Prinzessin
der Berge, zeigt Relikte der in Indonesien immer noch präsenten
und auch medial beworbenen Vodoo-Kultur und fordert die Besucher
auf, Haare und Fingernägel zu hinterlassen, um Informationen
über sich oder andere durch sie zu erlangen. Elvira Amor
Melones bereitet den Tisch zum Prinzenmahl, mit Tellern, die
weder Quadrate noch Kreise sind, sonder etwas dazwischen.
"Essen sie meine Ideen", fordert sie auf und fragt
spöttisch:"Alles klar?". Arie Dyanto inszeniert
sich als brennender Prinz des Zorns. Zwischen verkitschtem
Messias und forderndem Politaktivist führt sein Bildnis
in die tieferen Schichten der Wahrnehmung, wo sich Fragen
über Fragen häufen. Der Tisch von www.DerPrinz.li
trägt die Inschrift "why haven't though cometh to
wrap my wounds". Eine liegende Gestalt wird angedeutet.
Fotos von Körperausschnitten, Trichter, aufgereiht wie
kleine Stupas, zwei weisse Handschuhe mit Wundmalen, eine
Krone gefüllt mit einem zerbrochenen Tongefäss und
verwelkenden Blüten, daneben ein improvisierter Turm
mit einem Seifenspender, der seinen Inhalt in die Krone spuckt...
www.DerPrinz.li
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